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Auf den Spuren des Malers Müller-Landau

Viele Ältere in Heuchelheim haben noch Erinnerungen an ihn: der Maler Rolf Müller Landau lebte mit Frau Hermine (geb. Siering) und Familie bis 1956 in der Kaiserbachstraße und später in seinem Atelierhaus in der Waldstraße. Nicht nur im Rathaus ist ein Bild von ihm zu sehen, auch in vielen privaten Haushalten gibt es noch Originale des Malers, der im Südwesten die Nachkriegsmoderne mit prägte.

Mitglieder von Dorfläwe e.V. haben nun eine Fahrt zu einigen Werken gemacht, die zwar ursprünglich für die Öffentlichkeit gedacht waren, mittlerweile aber nicht mehr einfach zugänglich sind. Begleitet wurde unsere kleine Reisegruppe von Ursula Müller, der Schwiegertochter des Malers. Sie kümmert sich seit Jahren unermüdlich darum, dass das künstlerische Erbe erhalten bleibt.

Erste Station war – die ehemalige Kapelle „Unserer Lieben Frau“ im Speyrer Adenauerpark. Als Müller-Landau den Auftrag erhielt, die fünf Fenster des gotischen Chores zu gestalten, war sie schon lange nicht mehr Freidhofskapelle, sondern sollte für Kammermusikveranstaltungen ausgebaut werden. Mittlerweile untersteht sie dem Speyrer Standesamt und ist ein beliebter Ort für Hochzeiten. Das erfuhren wir von Amtsleiter Hartmut Jossé der uns die Kapelle aufschloss. Weil nur ein paar Meter dazwischen liegen, gab es noch einen kleinen Abstecher zur Grabstätte von Helmut Kohl.

Ein kleinen Stop legten wir in Schifferstadt ein, wo Müller-Landau die Apsis der Gustv-Adolf-Kirche ausgemalt hat. Anschließend ging es weiter zum Ludwigshafener Hauptfriedhof. Nicht mehr komplett im Original erhalten, aber zumindest zum größten Teil, konnten wir dort die große abstrakte Glaswand besichtigen, die den Raum in ein magisches Licht taucht. In den 90er Jahren wurden im Zuge einer Sanierung die seitlichen Teile der Glaswand zugemauert – im Ludwigshafener Bauamt hatte man wenig Einfühlungsvermögen für Kunst am Bau. Heike Rippl von der Städtischen Friedhofsverwaltung ist jetzt die Zuständige. Sie weiß, was sie an diesem heimlichen Schmuckstück der Stadt hat und bemüht sich darum, es zu erhalten.

Letzte Station war das alte Hallenbad Nord in Ludwigshafen. Herzlich empfing Rechtsanwalt Jan Schabbeck unsere kleine Reisegruppe. Er hat die ehemalige Sauna samt Nebenräumen als Anwaltskanzlei gemietet. Auch wenn die Räume für diesen Zweck ursprünglich nicht ideal erschienen, weiß er, dass sie bei vielen Klienten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In der ehemaligen Sauna stellen die vie Mosaik-Wände Müller-Landaus die vier Elemente dar. Alles ist noch so erhalten, wie es nach Ende der eigentlichen Nutzung vorhanden war. Der denkmalgeschützte Raum wird in der Regel für Empfänge und Events de Anwälte genutzt – zum Zeitpunkt unseres Besuches durften sich dort die Auszubildenden einarbeiten.