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Speyer: Kapelle im Adenauerpark

Müller-Landau war sich dessen bewusst, dass die von ihm entworfenen Glasfenster in einem mittelalterlichen Sakralbau wirken mussten, der für Feierstunden und Musik-Veranstaltungen genutzt wurde. Mit seiner Grundkonzeption nahm er aber auch die frühere Nutzung als Aussegnungshalle auf. „Leben und Tod verklärt durch die Kunst“- das war für ihn der Kern des Werkes. Er entschied sich für eine figürliche Bildsprache und eine traditionelle Farbigkeit, die dem Charakter des gotischen Baues entsprach.

Das Gebäude war – auch unter diesem Namen – die älteste evangelische Kirche in Speyer. Sie wurde in den Jahren 1515/1516 errichtet.

Zentral hat er das „Verklärungsfenster“ positioniert – egal ob ein Betrachter die Fenster von links nach rechts oder umgekehrt anschaut, es ist der Höhepunkt aus Sicht der Künstlers. Ganz links zeigt er den „Künder des Todes“. Dann folgt die „Klage des Orpheus“. Rechts vom „Verklärungsfenster“, das die Christusgestalt als Herr der Geschichte zeigen will, stellt er den „Erlöser“ dar. Im äußerst rechten Fenster nimmt er mittelalterliche Motive vom „Engelskonzert“ auf er nennt es das „Fenster der Lebensfreude“. Es durchaus eine Referenz an die Bauzeit der Kapelle.

Heutige Nutzung

Die Kapelle liegt im heutigen Adenauerpark. Das Standesamt bietet sie als Rahmen für standesamtliche Trauungen an, was auf reges Interesse stößt. Gleichzeitig finden nach wie vor dort Kammermusik-Konzerte und festliche Veranstaltungen statt. Eingebettet ist die Kapelle in die denkmalgeschützen Reste des ehemaligen Speyrer Friedhofs. Nur einige Meter weiter befindet sich – heute als einziges – das Grab von Altbundeskanzper Kohl.

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